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Infos zum Artikel
| Autor: |
Andreas Meyhöfer |
| Datum: |
30.03.2010 |
| Views: |
2400 |
Bewertung
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Bewertung des Artikels Durchschnittlich 2 von 5 bei 11 Bewertung(en) |
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Das Leid mit dem Internet Explorer 6 |
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Welcher Web-Developer hat sich nicht schon graue Haare wachsen lassen oder sich selbige gerauft bei dem Unterfangen eine Website, die in allen modernen Browsern einwandfrei funktioniert, für den Internet Explorer 6 anzupassen?
Schon seit einiger Zeit wird in zahlreichen Blogs und Foren darüber diskutiert, ob Maßnahmen ergriffen werden sollten, die IE6-Nutzer dazu zu bringen ihren völlig veralteten Browser endlich upzugraden.
Google z. B. übernimmt seit dem 01.März.2010 als weltweiter Multimilliarden-Konzern mit eine Vorreiterrolle.
Die beiden Anwendungen Google-Sites und Google-Docks haben seitdem die Browser Internet Explorer 7, Firefox 3.0, Safari 3.0 und Google Chrome 4.0 als Mindestanforderungen.
Die Hoffnung der Web-Worker steigt, dass vor allem große und (ge)wichtige Webseiten dem Beispiel folgen und somit eine Lawine ausgelöst wird, die den IE6 endgültig hinwegfegt.
Aber warum ist es eigentlich so schwierig, warum will dieses antiquierte Ding nicht weichen?
Im Netz kursieren recht unterschiedliche Angaben über die Zahl der IE6-Nutzer, sie bewegen sich zwischen 4% und 10%, manche gehen sogar von einer noch höheren Prozentzahl aus.
Bedenkt man nun, dass viele Firmen auf jeden Besucher ihrer Site angewiesen sind, dann sind 10% eine ganze Menge.
So entsteht zwangsläufig eine Zwickmühle. Einerseits wollen Unternehmen jedem Besucher und potentiellen Kunden verständlicherweise eine funktionierende Site bieten, andererseits ist der IE6 die Innovationsbremse schlechthin, da er sich in keinster Weise an bestehende Webstandards hält, mal ganz abgesehen von seinen eklatanten Sicherheitslücken. Die Kosten für eine Optimierung für den IE6 können, je nach Komplexität, Größe und Umfang einer Website leicht nochmal um die Hälfte ansteigen, da nicht selten für diesen Browser der Internetauftritt so gut wie von vorn erstellt werden muss.
Obwohl sogar Microsoft selbst zu einem Update rät, passiert recht wenig. Ganz einfach aus dem Grund, dass große Unternehmen firmeneigene Intranet-Applikationen nutzen, die eben nur mit dem genannten, alten Browser funktionieren.
Ein Aufrüsten dieser Applikationen für moderne Browser wäre sicherlich mit nicht unerheblichen Aufwand und Kosten verbunden.
Jetzt bliebe aber noch das Argument, doch einfach einen weiteren Browser extra für das Internet einzurichten.
Wäre das eine echte Alternative? Es ist zumindest nicht schwer. Es gibt genug Browser zur Auswahl, die auch ganz simpel durch downloaden zu beschaffen sind. Es ist ebenso anzunehmen, dass der Großteil der Mitarbeiter genau dieses liebend gerne tun würde… wenn sie denn dürften. Offensichtlich stehen also nur noch die Administratoren, bzw. die Verantwortlichen in den jeweiligen Unternehmen dem Fortschritt im Weg, die entweder keine Zeit, kein Interesse oder beides haben. Wie will man aber nun diesen Umstand ändern?
Bleiben noch die privaten Anwender, die vielleicht aus Unwissenheit oder vielleicht aus Faulheit ihren Browser nicht aktualisieren. Da könnte eventuell Aufklärung, oder ein wenig Druck, zum Erfolg führen. Bereits bei einigen Sites erscheint anstatt des eigentlichen Inhalts ein spezieller Text, sobald diese mit dem IE6 angesteuert werden. In Form einer Warnmeldung oder als eine höflicher formulierte Erklärung wird der Besucher darauf hingewiesen, dass er mit einem veralteten und unsicheren Browser unterwegs ist und er gut beraten wäre, diesen umgehend gegen einen neueren auszutauschen. Es ist denkbar, dass dieser Besucher genervt reagiert, abspringt und nie wieder die Site besucht, aber andererseits ist es ebenso denkbar, dass er, vorher in Unkenntnis über weitere Browser gewesen, nun die neuen Möglichkeiten entdeckt und bereitwillig sein altes Vehikel ausmustert.
Als Web-Developer will man die neuesten Webstandards einhalten, den Fortschritt fördern, innovativ und kreativ arbeiten! Jedoch bleibt schlussendlich immer, mit dem betroffenen Kunden im einzelnen Fall abzuwägen, ob IE6-Nutzer zur Zielgruppe gehören könnten, oder ob man riskiert, bzw. es sich leisten kann auf jene zu verzichten.
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